Ich arbeite mit Leder. Ich fertige Gürtel, Choker und vieles mehr an – vom Schneiden des Leders über das Färben, Punzieren und Prägen bis hin zur Maßanfertigung für den Kunden.
Meine COPD wurde immer schlimmer, da wusste ich noch nicht, dass ich diese Erkrankung hatte. Mir fielen viele Tätigkeiten immer schwerer. Dann wurde die Diagnose gestellt, Gold 4. Mit Spray und Medis ging es dann ganz gut weiter. Tja und dann kam Corona.
Zu diesem Zeitpunkt habe ich dann die Reisetätigkeit aufgehört, mich im www umgeschaut und angefangen über einen, also meinen Shop und div. Handmadeplattformen meine Arbeiten und sonstige Artikel zu verkaufen. Natürlich ist der Verdienst mit dem auf Events nicht zu vergleichen, aber ich bin beschäftigt, komme nicht auf "blöde" Gedanken.
Trotz meiner COPD und Emphysem bleibe ich so aktiv, auch wenn ich manchmal für ein paar Stunden Sauerstoff benötige.
Ich halte mich im Garten auf Trab: Mähe meine 800 Quadratmeter Rasen, bekämpfe das Unkraut, verjage den Maulwurf, der sich bei mir sehr wohlfühlt, züchte kleine Oleander und liebe meine Bananenstauden. Ganz abgesehen von Hausarbeit und eine lange Straßenfront, die wöchentlich gekehrt werden muss, vom Schnee wollen wir erst gar nicht reden, denn das ist auch für mich absoluter Stress. All das mache ich trotz meiner Erkrankung.
Was macht Ihr so?
Wenn ich mich mit anderen Rentnern unterhalte, die ähnliche gesundheitliche Probleme haben, höre ich oft Klagen. Viele fragen, ob sie die vom Arzt verschriebenen Tabletten wegen möglicher Nebenwirkungen überhaupt nehmen sollten. Sie sitzen viel vor dem Fernseher, trauen sich nicht aus dem Haus, haben keine Bewegung und kein Hobby und wundern sich, dass Ihr Gesundheitszustand nicht besser, sondern immer schlechter wird. Wenn ich meine Lunge nicht fordere, kann es keine Besserung geben. Es gibt keine Heilung, das wissen wir alle, aber eine alltagstaugliche Besserung kann erreicht werden. Wenn man dann noch die Finger vom Tabak lässt, seine Ernährung umstellt ist sehr viel gewonnen.
Sicher kommen jetzt einige mit dem Argument.
... ja, ich habe ja auch noch diese und jene Erkrankung, daher kann ich nicht.....
Ich habe auch noch diverse Baustellen, nur ich kann nicht wegen jedem "Zipperlein" meine Aktivitäten einschränken. Es gibt viele Erkrankungen, die werden mit reichlich Medikamenten behandelt, aber auf eine Umstellung der Ernährung kommt keiner, der Doc erzählt es einem nicht. Man muss sich mal ausführlich mit einem Ernährungsberater, z.B. in der Reha unterhalten. Da lernt man sehr viel. Wenn man das dann noch umsetzt, ist viel gewonnen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt meines Lebens ist mein Äußeres. Heute, mit 77 Jahren lege ich noch immer großen Wert auf mein Erscheinungsbild, sei es Kleidung, Haare oder Schminke. Auch heute noch gehören diese Dinge für mich genauso dazu wie früher. Ich trage moderne Sachen, die viele in meinem Alter für unpassend, also für unmöglich halten. Altersgerechte Kleidung? Nicht für mich! Das macht doch das Leben und das Wohlfühlen aus. Es ist mir wichtig, mich in meiner Haut wohlzufühlen und das auch auszudrücken, was ich bin – eine lebenslustige und aktive Person trotz COPD Gold 3/4.
Passt auf Euch auf